

Charakteristisch an einer Altbauhülle ist oft der Eindruck, dass die alten Wände mit Erinnerungen und Emotionen aufgeladen seien. Dagegen muss eine Möblierung erst ankommen und bestehen ohne pathetisch zu wirken oder sich gänzlich unterzuordnen, sondern mit natürlicher Gelassenheit. Im Idealfall fügt sich die zeitgenössische Einrichtung mit den jahrhundertealten Mauern wie selbstverständlich zu einem humorvoll gebrochenen Ganzen. In solchen Ensembles haben durchaus repräsentative Designstücke Platz, allerdings bleiben sie in einer prägnanten Altbauwohnung unaufdringlich im Hintergrund: Stühle um einen langen hölzernen Esstisch erscheinen etwa als illustre Gäste einer Grande Bouffe, nicht als Protagonisten einer Theateraufführung auch wenn sie von Persönlichkeiten wie Eames, Jacobsen und Panton entworfen wurden.
Schwieriger als die Formensprache sind die Farbpaletten, die mit einer Altbauwohnung harmonieren. Farben sind eine sehr persön- liche Angelegenheit. Soll die Einrichtung zeitlos sein, wird der Innenraumgestalter eher neutrale, gedeckte Töne bevorzugen, verschiedene Graunuancen etwa, Schwarz und Weiss. Dazwischen sind alle denkbaren Farbspiele möglich. oft bestehe das gestal- terische Geheimnis darin, den Kunden von Farben zu überzeugen, die er sich zuvor gar nicht zutraute, erzählt Andy Ehrensperger. Denn Wohnen ist ein konservativer Zustand, der sich nur langsam wandelt. Einmal fühlte man sich gediegen geborgen im Jugendstil- Interieur, später kuschelte man sich in lauschige, grellbunte Wohnlandschaften a la Verner Panton. Schräge Vögel sympathisierten mit Memphis-Möbeln des italienischen Architekten Ettore Sottsass, coole Paare zogen das reduzierte Chromstahl-Glas-Ambiente von Corbusier vor oder tun dies weiterhin. Diese Vielfalt an Materialien stellt noch heute die Qual der Wahl dar: Gestalter Ehrensperger etwa versucht, mit den Einrichtungen stets einen Kontrast zur Altbauhülle zu schaffen. Dabei gibt es verschiedene Kniffe, auch in einer von Holz geprägten Umgebung moderne hölzerne Möbel einzusetzen: Indem man einen Teppich unter das Holzbett oder den Tisch legt etwa oder indem man für das direkt auf dem Parkett stehende Bett einen Aluminiumrahmen oder eine textil verkleidete Konstruktion wählt. Zentral ist für ihn aber immer, lexibles Mobiliar zu wählen, das sich überall einsetzen lässt. Möbel, die mit den Leuten umziehen, die sie mitnehmen, wenn sie weiterwandern, so Ehrensperger. Die Einrichtungsgegenstände und Designstücke, die er mag, sollen nicht nur auf einen bestimmten Raum zugeschnitten sein, nicht nur in einem einzigen Ambiente harmonieren. Qualität ist wichtig ebenso aber auch vielseitige Verwendbarkeit.
Ein Paradebeispiel dafür ist das Schweizer Möbelbausystem USM Haller. Was ursprünglich als lexibel erweiter- und veränderbare Büroeinrichtung mit schickem technischem Flair konzipiert war, erobert zunehmend den Wohnraum. USM-Haller-Systeme überzeu- gen durch ihre klare Formensprache, die sich an schnörkellose Klassik anlehnt, und durch ihre Anpassungsfähigkeit vor allem aber durch ihre unübertroffene vielseitige Nutzbarkeit. Die metallenen Regal-, Tisch- und Schrankelemente erlauben es, auf fast jeden gestalterischen Wunsch einzugehen. Ihr zentrales Element ist eine verchromte Kugel, an die sich in alle Dimensionen des Raumes Systemrohre anschliessen lassen. In die so entstehenden Traggerüste werden metallene Verkleidungs- und organisationselemente eingesetzt. Diese können immer wieder neu kombiniert und zusammengesetzt werden, mit immer denselben Schrauben und Verbin- dungsstücken, und qualitativ ist das Material praktisch unzerstörbar. Dies macht das Preis-Leistungs-Verhältnis des Systems für Ehrensperger einmalig günstig.
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